Bachverein Düsseldorf 

Jauchzet dem Herrn alle Welt

A cappella – Höhepunkte aus 30 Jahren 

 

 

Nach anderthalb Jahren coronabedingter Konzertpause ist der Bachverein Düsseldorf wieder live in der Kirche St. Peter zu hören. Mit diesem A-cappella-Konzert verabschiedet sich Thorsten Pech als langjähriger künstlerischer Leiter vom Chor.

Als er im Dezember 1988 erstmals vor dem Bachverein stand, um die Johannes-Passion von Bach einzustudieren und im darauffolgenden März im alten Robert-Schumann-Saal aufzuführen, war noch nicht abzusehen, dass das A-cappella-Singen einmal der Schwerpunkt der chorischen und konzertanten Arbeit des 1870 gegründeten Ensembles werden würde. Doch schon bald nach seiner Wahl zum neuen künstlerischen Leiter im Jahr 1989 – als fünfter Chorleiter in den jetzt 150 Jahren Chorgeschichte – setzte er ein deutliches Zeichen in Richtung A-cappella-Singen, das mit ersten Konzerten in Düsseldorf und im Altenberger Dom 1990 dokumentiert wurde. Seit dieser Zeit wurden diese Konzertformate, die Pech stets unter ein geistliches Thema setzte, fester, ja dominierender Bestandteil der chorischen Arbeit, festgehalten auch auf zwei CD-Produktionen und zudem über die Stadtgrenzen von Düsseldorf hinaus bei Konzertreisen zu erleben.

Pechs besonderer Vorliebe für die Chormusik des 19. Jahrhunderts entsprechend kamen vielfach Werke von Brahms, Mendelssohn und vor allem Rheinberger zur Aufführung. So ist es zu verstehen, dass auch im letzten gemeinsamen Konzert von Chor und seinem Leiter zwei Werke von Mendelssohn und drei von Rheinberger zu hören sind. Die vorbachsche Musik ist ebenfalls vertreten – mit Werken von Franck, di Lasso und Schütz – ebenso wie gemäßigt zeitgenössische Musik des 20. Jahrhunderts mit Kompositionen von Gjeilo, Kodaly und Thompson.

Nicht alle Lieblinge des Chorleiters konnten in diesem Programm Platz finden. So fehlt – bedingt durch die begrenzte Probenzeit in der noch anhaltenden Corona-Pandemie – eine große Motette von Johannes Brahms, ebenso wie eine Bachsche Motette. Das ambitionierte Projekt der Aufführung aller Bach-Motetten im Jahr 2020, dem Jahr des 150. Chorjubiläums, ist leider den bekannten Lockdowns und dem verordneten Schweigen von Kultur und Musik zum Opfer fallen. 

Dennoch und gerade jetzt soll das Loben und Jubilieren wieder im Mittelpunkt stehen, ausgedrückt auch durch den Konzerttitel „Jauchzet dem Herrn“ – übrigens dieselbe Bezeichnung wie das Konzertprogramm der ersten gemeinsamen Konzertreise vor fast 30 Jahren. Die Mendelssohn-Motette über den 100. Psalm „Jauchzet dem Herrn“ und Rheinbergers „Kyrie“ aus der Messe op. 151 waren die ersten beiden A-cappella-Werke, die der Bachverein Düsseldorf 1990 in diesem anspruchsvollen Sing-Format zum Erklingen brachte. 

So schließt sich mit diesem Konzertprogramm der Kreis der gemeinsamen Chorarbeit. Etliche hundert Chorwerke a cappella aus sieben Jahrhunderten, beginnend von der Gregorianik bis hin zu Uraufführungen von Werken des 21. Jahrhunderts, umfasst das musikalische Miteinander, ergänzt um die großen oratorischen Projekte der Bachschen Werke, der Klassik und der Romantik. Nach Josef Neyses, der den Bachverein 56 Jahre leitete, nimmt nun Thorsten Pech nach über 30 Jahren künstlerischer Leitung des Bachvereins Düsseldorf Abschied. 

Aufführung der Johannes-Passion 1989 im alten Robert-Schumann-Saal Düsseldorf

Aufführung des Brahms-Requiems 1995 in der Kirche St. Peter Düsseldorf

150 Jahre Bachverein Düsseldorf  1870 - 2020 

2020-bachverein-festschrift.pdf
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150 Jahre Bachverein Düsseldorf Interview mit Prof. Dr. Frankenberg
KONZERTE-D_03+04-2020_Interview-Pech.pdf
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Interview Prof. Dr. Frankenberg mit Thorsten Pech
konzerte-dus-1112-15-interview.pdf
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